Musikalische Vielfalt, begeisterndes Können und ein abwechslungsreiches Programm Dolce Fagotteria und Fourte+ mit Benefizkonzert in der Klosterkirche – knapp 4.000 Euro Spende für soziale Einrichtung.
Gute Stimmung, eine gut gefüllte Klosterkirche, musikalische Leckerbissen mit einem abwechslungsreichen Programm und ein stattlicher Betrag für einen sozialen Zweck. Das war das Benefizkonzert der heimischen Musiker von Dolce Fagotteria und Fourte+ am Freitag Abend zu dem rund 200 Besucher in das Kulturforum Traunstein gekommen waren.
Die Verbindung von „musikalischer Qualität und sozialem Engagement“ wie es in der Einladung zu dem doppelten Konzertabend heißt, war mehr als gelungen – trotz oder vielleicht gerade wegen dem kontrastreichen und vielfältigen musikalischen Programm der beiden Gruppen, die die begeisterten Besucher in einen abwechslungsreichen Abend mit einem wechselnden Programm mit hineinnahmen. Spiel- und Singfreude pur über rund 90 Minuten.
Die erst vor rund einer Woche gewählte neue Präsidentin der vor 35 Jahren gegründeten Soroptimisten Traunstein (übersetzt „beste Schwestern“), Konstanze Reichert-Kegel, zeigte sich in ihrer kurzen Begrüßung hoch erfreut, dass „so viele Freunde der Musik unserer Einladung gefolgt sind.“
Ulrike Duda stellte die Arbeit von „Schutzräume Duda“ kurz vor, die im Achental Kindern einen Zufluchtsort bieten, wenn das Kindeswohl in akuter Gefahr ist. Die sozialpädagogische Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in privater Trägerschaft bietet für Kinder und Jugendliche im Alter von 1 bis 17 Jahren in den Inobhutnahmen Litzelau, Forsthaus und Hofanger Kindern Betreuung durch pädagogisches, psychologisches und therapeutisches Fachpersonal. Sie bedankte sich bei den mitwirkenden Gruppen und den Soroptimisten für ihr Engagement.
Musikalisch kamen die Konzertbesucher voll auf ihre Kosten: Dafür sorgten die beiden Gruppen Dolce Fagotteria und Fourte+, die die Konzertbesucher in zwei völlig unterschiedliche musikalische Welten entführten. Profi-Fagottist Alejandro Vila gründete das Ensemble Dolce Fagotteria mit Wolfgang Grösch und Petra Schmidt. Zwischenzeitlich ist die Gruppe um weitere Mitglieder erweitert worden, die oft in loser Zusammensetzung spielen. Am Freitag spielten Schmidt und Grösch mit Monika Seitz und Peter Wapler , der auch die Moderation des Dolce Fagotteria Konzerts übernahm. Er betonte, wie stolz man sei, dass der Konzertabend so viel Interesse erzeugt habe. Die vier Holzbläser spielten mit ihrem Fagott
Stücke von Telemann über Mozart und Dvorák. Das von Wapler als „etwas Spritziges zum Schluss“ angekündigte mexikanische Volkslied begeisterte zum Ende hin, bevor das von den Besuchern dann spontan gesungene und von dem Quartett begleitete „Happy Birthday“ für Alejandro Vila dann die argentinische Musikgröße überraschte. Dieser sparte hinterher nicht mit Lob für den Auftritt von Dolce Fagotteria: „Ich bin sehr zufrieden. Sie haben toll gespielt!“, was auch der lang anhaltende Applaus des musikkundigen Publikums eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Musikalisches Können trifft Witz und gute Stimmung
Die heimische A-Capella-Band Fourte+ mit den Bandmitgliedern Tanja Thaler (Alt), Tissi Georg (Sopran), Chris Ritter (Tenor und Beatbox), Alex Gruber (Bariton) und Andreas Maier (Bass), begeisterte mit eigenen Stücken in bayerischer Mundart und bekannten Stücken aus der Pop- und Rockgeschichte, die von der vor sieben Jahren gegründeten Band in ihrem ureigenen Stil stimmlich interpretiert wurden. Nur wenige Besucher dürften bei dem gut einstündigen Auftritt eine volle Band-Instrumentierung vermisst haben, was an der eigenen Darbietung der Stücke durch die fünf stimm- und tonsicheren Sänger gelegen haben dürfte. Egal ob nun Eigenkompositionen wie „Schönheitswahn“ oder „Das Wesentliche“ gesungen wurden, oder auch der durch David Lee Roth berühmt gewordene Klassiker „Just a Gigolo“, der mit dem Text des österreichischen Liedermachers Reinhard Fendrich zum Besten gegeben wurde. Kräftige Lacher ernteten Fourte+ mit ihrem bayerischen Text zu dem Flying Pickets Klassiker „Only you“, das bei dem heimischen Gesangsquintett „Des mog I einfach
so“ heißt und humorvoll das überlange Sitzen auf einer Toilette beschreibt. Auch der medial befeuerte Schönheitswahn wurde musikalisch aufs Korn genommen und endete mit einem „Schön dumm“.
Alle Beteiligten freuten sich an dem kurzweiligen, gelungenen Konzertabend und über einen Reinerlös aus dem Kartenverkauf von rund 3.800 Euro, der in den kommenden Wochen an die „Schutzräume Duda“ gehen soll.
Text: Andreas Wittenzellner